Vizevürgermeister und Referent für Stadtentwicklung Martin Wex forciert digitale Stadtplanung.

Es ist eine kleine Revolution in der Stadtentwicklung: Mit der Fertigstellung eines hochauflösenden, digitalen 3D-Modells der gesamten Stadt Schwaz beginnt eine neue Ära der Planung und Entscheidungsfindung. Möglich gemacht hat das Tiroler Vermessungsunternehmen Trigonos, das Schwaz als erste Stadt Tirols vollständig digital erfasst hat. Nun will die Stadt das Potenzial der neuen Technologie konsequent nutzen.

„Was früher Pläne und Modelle waren, ist jetzt digital erlebbar“, sagt Martin Wex, Referent für Bau und Stadtentwicklung, der das Projekt von Anfang an unterstützt hat. „Bauvorhaben können künftig in die digitale Stadt eingefügt und aus jeder Perspektive betrachtet werden – vom heimischen Computer aus oder im Rathaus.“ Besonders bei wichtigen Entscheidungen, wie etwa der Genehmigung neuer Bauprojekte, sollen die digitalen Werkzeuge helfen: „Wir sehen sofort, wie sich ein neues Gebäude in die Umgebung einfügt, welche Sichtachsen erhalten bleiben und wo Schatten entstehen – taggenau und detailgetreu.“

Das 3D-Modell eröffnet dem Bauamt bislang ungeahnte Möglichkeiten. Dank der präzisen Vermessung mit Drohnen und Laserscannern lassen sich nun Geländeformen exakt analysieren, potenzielle Bauflächen besser bewerten und Auswirkungen neuer Projekte frühzeitig simulieren. Die Verwaltung rechnet mit kürzeren Genehmigungsprozessen und transparenteren Entscheidungen.

Doch nicht nur Verwaltung und Politik profitieren: Die Stadt plant, ein weniger hochauflösendes, aber öffentlich zugängliches Modell über die städtische Homepage zur Verfügung zu stellen. Bürgerinnen und Bürger sollen künftig selbst virtuell durch die Stadt spazieren und geplante Veränderungen nachvollziehen können. Als Vorbild dient dabei die baden-württembergische Stadt Lörrach, deren Portal „Lörrach3D“ bereits beeindruckend zeigt, wie digitale Stadtmodelle aussehen können. Auch Schwaz möchte so mehr Transparenz schaffen und die Bürgerbeteiligung bei Stadtentwicklungsprojekten stärken.

„Die Zukunft der Stadtentwicklung liegt in der digitalen Welt“, sind sich die Verantwortlichen in Schwaz einig. Das neue 3D-Modell wird nicht nur für Bauprojekte genutzt, sondern soll perspektivisch auch für Konzepte wie Baumkataster, Abflusssimulationen bei Starkregen oder optimierte Beleuchtungslösungen eingesetzt werden.

Schwaz wagt mit diesem Projekt einen mutigen Schritt und positioniert sich als digitale Vorzeigestadt Tirols. Die Vision ist klar: eine moderne, lebenswerte Stadt, die sich mit kluger Planung und innovativen Technologien nachhaltig weiterentwickelt.

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